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't Oud stort

Seit Kurzem ist Mol um eine schöne Attraktion reicher. Unlängst wurde ein neues Gebiet eröffnet, das über eine Anhöhe des Naturgebiets ’t Oud Stort verläuft. „Wenn man oben steht, hat man das Gefühl, in Schottland zu sein“, erzählt der Konservator und Naturführer Jef Sas von Natuurpunt.
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Ein Stück Schottland in Mol
Was heute hügeliges Heideland zwischen der Zilvermeerlaan und dem Postelsesteenweg ist, war früher die Mülldeponie der Gemeinde. 1985, nachdem man eine andere Lösung für die Entsorgung des Hausmülls gefunden hatte, wurde die Halde mit einer dicken Schicht Sand und Lehm versiegelt. „Ich erinnere mich noch an die Zeit vor der Müllhalde“, berichtet Jef Sas. „Im Zweiten Weltkrieg gab es hier eine Schieferkohlegrube. Danach machte man daraus eine Mülldeponie, weit weg von den Wohnzentren und doch in erreichbarer Nähe.“
 
In Schottland
Die Zeit ein- und ausfahrender Müllfahrzeuge ist lange vorbei, nun gewinnt die Natur hier wieder die Oberhand. „Die Hügel sind tatsächlich aus Abfall aufgebaut. Dank der darüber liegenden Lehm- und Sandschichten, konnte hier ein schönes Stückchen Kempener Heide entstehen. Die Hügel vermitteln einem das Gefühl, durch Schottland zu wandern.“
 
Wanderweg
Vor Kurzem wurde über einen der Hügel ein Wanderweg angelegt, der an beiden Seiten durch einen Drahtzaun begrenzt ist, um die weidenden Schafe einzuzäunen, die hier kürzlich noch grasten. „Der Wanderweg existiert schon länger, aber nun können wir ihn für ein großes wanderbegeistertes Publikum öffnen. Eine ständige Herde Kempener Heideschafe gibt es hier nicht mehr. Wir nutzen von nun an eine als ‚Stoßbeweidung‘ bekannte Beweidungsmethode mit der Schafherde von der GoE Kemp. Das bedeutet, dass eine größere Herde Schafe einige Tage lang intensiv auf einem ganz bestimmten Stück, in diesem Fall mit viel Birkenbewuchs, grast. Die Schafe sind sehr wichtig, da sie das Wachstum der Gräser zwischen den Heidepflanzen eindämmen und die neuen (Birken-) Baumkeimlinge abfressen. So erhält die Heide wieder eine Chance, in ihrer ganzen Pracht zu erblühen. Diese offene Heide ist der ideale Brutplatz für die Lerche und den Brachvogel. Von Mitte Juli bis Mitte September leuchtet es hier in märchenhaftem Purpur: der perfekte Moment, um den kurzen Wanderweg (von etwa 500 Metern) zu entdecken.“
 
Alte Schieferkohlegruben wurden zur Müllkippe und später Naturgebiet
Bevor aus 't Oud Stort wieder in ein Naturgebiet wurde, nutzte man es zwischen 1958 und 1985 fast dreißig Jahre lang als Müllhalde.
In den Kriegsjahren – zwischen 1940 und 1944 – wurde hier maschinell Schieferkohle abgebaut und auch die lokale Bevölkerung kam hierher, um Schieferkohle zu stechen. Schieferkohle wurde während des Kriegs als alternativer Brennstoff verwendet, da Steinkohle knapp war. Der Abbau geschah nicht gleichmäßig, wodurch Gruben von geringer Tiefe zurückblieben. Nach dem Krieg blieb eine Art Mondlandschaft zurück und in den Gruben sammelte sich Wasser.
Ende 1958 begann man mit der Entsorgung des Hausmülls in den Gruben und schüttete diese systematisch damit zu. 1984 war von den Gruben nichts mehr zu sehen und der Platz war vollständig mit Abfallbergen bedeckt. In den 80er-Jahren wurden im Zuge der wachsenden Umweltinitiativen landesweit viele Müllkippen geschlossen. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Sammelplätze zur Trennung unseres Mülls.
Nach der Schließung der Halde begann man mit dem Zuschütten. Dies war im Jahr 1989 abgeschlossen. Ende der 80er-Jahre wurde auf dem Gelände Heidegras aus Limburg gesät und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein neues Naturgebiet ist entstanden.

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